posted by admin on Jan 25
Es ist keine Seltenheit, dass eine Stadt ein Altes und ein Neues Rathaus hat. Außergewöhnlich dagegen ist, wenn beide Gebäude auch als Rathaus benutzt werden. In Magdeburg trifft dieser Umstand zu. Das Alte Rathaus befindet sich dort am Alten Markt direkt im Zentrum der Stadt, das Neue Rathaus steht nur wenige Meter weiter nördlich. Während sich im älteren Gebäude das Büro des Oberbürgermeisters, die Geschäftsstellen der Stadtratsfraktionen und der Sitzungssaal befinden, beherbergt das neuere Gebäude die Büros des Ordnungsamts und das Stadtarchiv.
Das Magdeburger Rathaus wurde 1244 erstmals erwähnt, ursprünglich wurde es gebaut, um der Stadtbürgerschaft eine Selbstverwaltung zu ermöglichen. Von dem ersten Bau ist heute nur noch der Ratskeller übrig, der als Restaurant genutzt wird. Alles andere wurde im Laufe der Jahre zerstört. In seiner heutigen Form steht das Alte Rathaus seit 1979, aufgebaut wurde es nach historischem Vorbild. Das Neue Rathaus entstand Anfang des 20. Jahrhunderts, weil der Platz im alten Gebäude zunehmend zu eng wurde. Nach Fertigstellung zogen die städtische Sparkasse, das Stadtarchiv und die Stadtbibliothek in das Neue Rathaus.
An und in den Gebäuden kann der aufmerksame Beobachter viel Sehenswertes erkennen. Seit 1974 gibt es zum Beispiel das Carillon, ein Glockenspiel aus 47 Bronzeglocken im Turm des Alten Rathauses. Zwischen 10 und 18 Uhr erklingt es zur vollen Stunde, freitags um 10 Uhr kommt ein Carilloneur und spielt auf den Glocken. Betrachtenswert ist auch die Bronzetür, die vom Bildhauer Heinrich Apel stammt und Teile der Magdeburger Geschichte erzählt. Seit 2005 steht im linken Bereich der Magdeburger Roland, vor dem Rathaus kann man den Magdeburger Reiter bewundern.